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VERHALTENSBEEINFLUSSUNG ÜBER FUTTER

VERHALTEN UND ERNÄHRUNG VON HUNDEN HÄNGEN ENG ZUSAMMEN


Hunde haben sich im Zuge der Evolution zu fleischbetonten „Allesfressern“ entwickelt. Deshalb können sie teils auch Kohlehydrate, Gemüse und Obst gut verdauen. 

 

Das wichtigste ist eine bedarfsdeckende Ernährung. Hunde haben einen höheren Nährstoffbedarf und einen schnelleren Stoffwechsel als wir Menschen. 

 

Nährstoffmängel zeigen sich schnell bei Haut und Fell. Hunde brauchen 5 mal mehr Zink als der Mensch. Der Bedarf bei langhaarigen Hunden ist noch höher. Auch Jod ist in üblichen Alleinfuttermitteln meistens ungenügend vorhanden.

 

Positive Verhaltensbeeinflussung über Futter ist eine zusätzliche wichtige Möglichkeit, wenn Hunde unter Verhaltensauffälligkeiten leiden. 

 

Als „First Aid“ die Lebensbedingungen überprüfen und etwaige Stressoren „beenden“; am besten mit Unterstützung eines kundigen Hundeprofis.

 

STRESS KANN SICH AUF DAS FRESSVERHALTEN AUSWIRKEN

 

„Früher“ wurde beispielsweise Hundebrot gebacken und in Milch eingeweicht. Auch gegen geeignetes Nassfutter und Trockenfutter mit einem passenden „Topping“ zwischendurch, ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Für ein Stück Feta z.b. legt so mancher Herdenschutzhund ein Freudentänzchen hin (Ausnahmen bestätigen die Regel:).

 

Für Herdenschutzhunde sind Kohlenhydrate, wie ein Getreidebrei, problemlos zu verdauen.

 

Jagdhunde haben mit Kohlehydraten in der Regel ebenfalls keine Probleme. (Ausnahmen bestätigen die Regel).

 

Auch Windhunde profitieren bei Stress von leicht verdaulichen Kohlehydraten wie Haferflocken, Vollkornreis, Kartoffel, Quinoa …

 

Bei Stress sind wie gesagt, langsam verdauliche Kohlenhydrate gut. Die Süßkartoffel kann eine gute Quelle für komplexe Kohlenhydrate und Vitamine sein.

 

Mais ist in Ordnung, aber nicht für jeden Hund geeignet, da Mais extrem arm an Tryptophan ist - die Vorstufe des "Glückshormons" Serotonin und Melanin. 

 

Mais wäre daher ungeeignet für gestresste, ängstliche und alte Hunde.

 

Andrerseits kann dieses Getreide Ruhe in überaktive, hibbelige Hunde bringen.

 

Wichtig ist das Zusammenspiel von Tryptophan und Serotonin, das oft als „Glückshormon“ bezeichnet wird, da Serotonin im Hirn als Stimmungsstabilisator eine wichtige Rolle spielt.

 

Die regelmäßige Bewegung von Mensch und Hund kann die Serotoninproduktion ebenfalls ankurbeln. 

 

Mythos Weizen - Weizen kann durch das Verdauungsenzym Amylase, das vorwiegend  in der Bauchspeicheldrüse produziert wird, gut verdaut werden; bei Hunden ist es 10x ausgeprägter als beim Wolf, der dafür kaum eine Aufnahmefähigkeit hat. Menschen haben das Enzym schon im Mund.

 

KLEINES NÄHRSTOFF 1 x 1

 

Proteine oder Eiweiße haben Einfluss auf das Verhalten - sind aufgebaut auf Aminosäuren (organische Verbindungen, die der Körper nur teilweise selbst herstellen kann.

 

Durch mehr Tryptophan (Aminosäure) wird der Serotoningehalt („Glückshormon“) im Gehirn erhöht, was zu einer Verbesserung von Wohlbefinden, Verhalten, Schlafzyklus führt.

 

Kohlehydrate = Zucker für schnelle Energie.

 

Fettsäuren wie das Verhältnis von Omega 3 und Omega 6 scheinen wichtig zu sein, und sind wie eine Isolierung bei der Weiterleitung an die Nervenbahnen. 

 

Vitamine und Mineralien sind Co Faktoren, also Mineralstoffe/Spurenelemente wie Zink oder Magnesium.

 

Vitamine der B Gruppe und da B 12, sind sehr wichtig bei Angst und „Aggression“.


Mineralien, wie Magnesium, das „Salz der inneren Ruhe“ ist wiederum wichtig für Nerven und Muskel; z.b. Hüttenkäse usw.

 

DER PROTEINGEHALT IM FUTTER

 

An der Studie von Dr.Roger Mugford (Tierpsychologe GB) führt als Ernährungsberaterin kein Weg vorbei.

 

Er bewies, daß eine Reduktion des Proteinanteils im Trockenfutter auf 15% bis 18% das Verhalten von Hunden beeinflusst; ebenso wie die Zusammensetzung einer gesamten Nassfutter-Hundemahlzeit. Hier sind 7% bis 8 % Protein ausreichend, wenn alles andere stimmig ist!

 

Proteine im Muskelfleisch sind so hoch, daß kleinere Portionen völlig ausreichen.

 

Ausnahmen sind Welpen im Wachstum, Sporthunde, Arbeitshunde, trächtige Hündinnen, auch Katzen, nach einer Erkrankung oder schweren Operation. Wobei immer individuell alle Faktoren abgeklärt werden müssen.

 

Wenn der Proteingehalt im Futter hoch ist und der Anteil an Kohlehydraten gering, muß der Hund seine Energie aus dem Proteingehalt holen und dann dreht er hoch. 

 

Eine Proteinquelle könnte auch gewechselt werden.

 

Die wichtige Frage lautet, will/muß man eher bremsen oder anregen?

 

In vielen Köpfen ist verankert, daß viel Protein für eine hohe Qualität steht. Doch so ist das nicht. 

 

Entzündungen können ebenfalls schnell zu Verhaltensauffälligkeiten führen. Da sollte das Augenmerk beispielsweise auch auf fehlenden B Vitamingruppen liegen. Gleichzeitig ist einen Proteinüberschuß zu vermeiden.

 

Hunde müssen im Vorfeld immer einem Tierarzt, in der Tierklinik vorgestellt werden!

 

Nahrungsergänzungen sind nur mit großer Umsicht beizugeben! Denn manche Kräuter wie Hopfen, Passionsblume, Baldrian, Johanniskraut etc. zeigen Wechselwirkungen mit Medikamenten. Es sollte daher nur ein Kraut geben werden, wenn es sein muß/soll.

 

„WIE“ FÜTTERN? 

 

Idealerweise mehrmals täglich Futter für alle Altersgruppen und zur immer ungefähr gleichen Zeit (so fährt der Blutzucker nicht Karussell). Besonders wichtig ist das bei Welpen, Tierschutzhunden und Oldies.

 

Die Hauptmahlzeiten immer aus dem Napf füttern! Zugang zu frischem Wasser 24/7.

 

DARM-HIRN-GESUNDHEIT

 

Die Gesundheitszentrale Darm hat ein eigenes Nervensystem, das mit dem Hirn kommuniziert.

 

Im Darm befinden sich 80% des Immunsystems, das immer im „Training“ ist, um zwischen „Freund und Feind“ zu unterscheiden.

 

Die Darmflora (Mikrobiom) beinhaltet zudem die Gesamtheit aller Organismen wie z.b. Bakterien,Viren, Pilze.

 

Es läßt sich auch sagen, daß gestresste Hunde häufiger Magen-Darm Probleme haben.

 

Viel Stress verursacht auch viel Cortisol (Nebennierenhormon) das langfristig das Immunsystem unterdrückt. Es macht den Hund krank.

 

FEHLERNÄHRUNG 

 

Es passieren ganz viele Fütterungsfehler.

 

Auch viele Hygienefehler passieren, die z.b. Giardien verursachen können.

 

Zu viele Futtersorten werden ausprobiert. Das kann Allergien und Krankheiten verursachen, was häufig passiert.

 

„Langweilig“ fressen hält Hunde in der Regel gesünder (wie „meine“ TÄ sagen würde:).

 

Viele Hunde in den Trainings (vor allem Welpen) haben Durchfall durch Nervosität. Weniger ist mehr! 

 

Viele Welpen sind heutzutage zu dick oder zu dünn! Futtermengen berechnen und abwiegen. Wachstumskurven beachten.

 

 

VERHALTEN - VERDAUUNG - STRESS

 

Wird Kot gefressen, unter anderem überprüfen, ob genug gefüttert wird.

 

KOT fressen ist nicht normal? DOCH! Der Output enthält noch immer Energie und attraktive Lockstoffe.

 

Wie gesagt, leicht verdauliche Haferflocken sind als Kohlehydratquelle eine gute Wahl.

 

Auch andere leicht verdauliche Kohlehydrate wie Kartoffel, Vollkornreis, Hirse, Qinoa etc,

 

DIE ORALE TOLERANZ

 

Der Organismus eines Welpen erlebt auch eine Phase der oralen Toleranz. 

 

In dieser Zeit lernt der Darm seine Nahrung kennen und sie als ungefährlich einzustufen. So treten später idealerweise keine allergischen Reaktionen auf.

 

Welpen/Junghunde sollen deshalb Rohfleisch (aber nicht Barf für Welpen!) gekochtes Fleisch, Trockenfutter, Nassfutter kennenlernen. Dann jedoch „langweilig“ füttern; also Futter das dem Hund schmeckt, ohne weitere Futterexperimente.

 

FETTSÄUREN

 

OMEGA 3, mehrfach ungesättigte Fettsäure, auch als „essenzielle“ Fettsäure bekannt, wirkt entzündungshemmend (Immunstärkung, Entzündungsabwehr). Omega 3 gemeinsam mit einem Profi z.b. durch eine gute Futterwahl anzuheben, zeigt gute Erfahrungen. 

 

OMEGA 6, mehrfach ungesättigte Fettsäuren wirken entzündungsfördernd und sind wichtig für die Heilung von Wunden.

 

TROCKEN- UND NASSFUTTER GEMEINSAM FÜTTERN? 

 

Bei empfindlichen Hunden wäre das weniger gut. Da Nassfutter ja schneller runtergeschluckt und verdaut wird, können Trockenfutterbrocken unverdaut mitgerissen werden.

 

FAZIT - EINE GUTE DARMGESUNDHEIT FÖRDERT GUTES VERHALTEN! 


"PFOTEVITALDOGS", Doris Muchna, www.hundetraining-pfotevital.at, Handy: +43/664 3132 317