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ZWEITHUND - NA UND?


Unsicherheit, Eifersucht oder Aggression zwischen Ersthund und Zweithund?

 

Streit zwischen dem Ersthund und dem Neuen - davon kann so mancher Hundebesitzer ein Lied singen. Sei es Streit um Ressourcen wie Spielzeug, verteidigendes Verhalten bei Futter oder eine Rauferei aus heiterem Himmel.

 

Nicht jeder Hund kann einfach so mit einem anderen Hund vergesellschaftet werden, denn die Hunde sollten zusammenpassen. Häufig treten Streitereien nach einigen Monaten auf.

 

Anfangs lief es gut und nach einiger Zeit gingen die Hunde aufeinander los? Für Dich hat es wie ein Spiel ausgesehen? Tatsächlich war es ein ausloten von Stärken und Schwächen zwischen dem "Alten" und dem "Neuen", um ihren Platz in der Hundegruppe zu definieren.

 

Hunde testen sich gegenseitig aus um Verhaltensstrategien für die veränderte Lebenssituation zu entwickeln. Das trifft auf beide Hunde zu, auf den der schon da ist und auf den " Neuen". Kurz gesagt handelt es sich dabei um  Stress PUR!

 

Welcher "Neue"  kann zu deinem Hund passen?

 

Um den passenden Begleiter zu finden, kann eine Einschätzung durch einen professionellen Hundeprofi im Vorfeld sehr helfen. Denn nur, wer seinen Hund wirklich kennt, seine Eigenschaften und Bedürfnisse wahrnimmt, kann dies bei der Auswahl eines Zweithundes berücksichtigen. 

 

Oder ist es gleich zu Beginn losgegangen?

 

Dann mußt Du ebenfalls die Herangehensweise der Zusammenführung hinterfragen. Und wie in jeder Mensch-Hund Konstellation, die Führung = Fürsorge, also die Verantwortung übernehmen.


Wer sich einen Zweithund anschafft, damit sein erster Abwechslung bekommt, sich dessen Verhaltensprobleme legen oder aus Mitleid ein weiterer Hund hinzukommt, hat sich häufig ein Eigentor geschossen.

Langjährige Beobachtungen an wild lebenden Hunden zeigen, daß der überwiegende Teil der wilden Erwachsenen, fremden Hunden nicht wohlgesonnen ist, sondern sie verbellt oder sogar angreift. Sie gehen nicht mit der Konkurrenz jagen und sie "spielen" auch nicht zusammen Ball.

 

Zweithund, eine Bedrohung?


Ein zweiter Hund kann für den Ersthund eine Bedrohung seiner sozialen Sicherheit darstellen - vor allem wenn der Ersthund ein Oldie ist und ein zu junger Hund dazukommt.

Durchaus gibt es viele Hunde, die den Fremden als "Eindringling" betrachten, statt als potentiellen "Kumpel". Das kann je nach Persönlichkeit und Rassegruppe, der ein Hund  zugehörig ist - Mischlinge natürlich genauso - mehr oder weniger ausgeprägt sein.

 

Hunde, deren ursprünglicher Zweck es war, Hof, Haus und Herde zu bewachen bzw. zu beschützen, sind Fremden gegenüber meist reservierter, als Begleithunderassen. 
 

Was, wenn dein Hund vom gleichen Geschlecht ist? 

 

Das könnte ungünstig sein. Hunde vom gleichen Geschlecht sind immer Konkurrenten. Daran hat auch die Domestikation nichts geändert.

 

Ihre Genetik ist seit tausenden von Jahren aufs Überleben ausgerichtet und darauf, die nächste Generation zu sichern. Deswegen ist die Unverträglichkeit von Hündinnen größer, als von Rüden. Natürlich gibt es auch viele gleichgeschlechtliche Hunde, die friedlich zusammenleben; vorausgesetzt, gewußt wie. 
 

Zusammenführung von Ersthund und Zweithund

 

Grundsätzlich findet die erste Begegnung mit dem neuen tierischen Familienmitglied immer Outdoor auf neutralem Boden statt.

 

Gerne auch 1 km entfernt vom zukünftigen Zuhause. Das gilt natürlich auch, wenn beide Hunde entspannt und freundlich sind und als Gruppe gemeinsam spazieren gehen. Dabei werden die Hunde jeweils an der Außenseite der Menschen geführt. Später kann das variieren, anfangs nicht.

 

Wasser kann ein weiterer guter Einstieg sein. Wenn die Hunde gemeinsam planschen können/möchten, kann das erhitzte Gemüter neutralisieren - vorausgesetzt, diese Möglichkeit besteht und die Rahmenbedingungen sind vorhanden, wie Jahreszeit, Wetter usw.


Wohnungsbesichtigung 
 

Wenn nun Grundstück, Wohnung, Haus betreten wird, geht der Ersthund angeleint voraus, der Zweithund folgt angeleint.

 

Das ist so, als ob der Hund, der hier schon länger lebt, dem "Neuen" die Wohnung zeigt. Dabei können erst mal gerne ein paar Zimmer ausgelassen werden. Du kannst deinen Ersthund dann auch ableinen und sehen, wie er sich verhält. Positioniert er sich vor einem bestimmten Objekt oder vor einer Türe? Dann könnte der Zweithund angeleint in die Nähe geführt werden (hinter dem Menschen) mit ein bis zwei Meter Abstand. Jetzt wird solange gewartet bis der Erste den Weg freigibt.

 

So ist das auch z.b. bei der Wohnungstüre, der Gartentüre etc. Diese Geduld muß unbedingt sein (Geduld muß generell sein). Erst dann betritt der Zweithund den Raum, das Areal.

 

Der Ersthund hat mehr Rechte als der Neue


Er darf den Neuen sogar anknurren. Sei gespannt, was passiert? Dreht sich der Zweithund respektvoll weg oder möchte sich entfernen? Dann ist das völlig in Ordnung. Wenn allerdings der Zweithund den Ersten anbellt, ihn nicht ernst nimmt ... mußt Du den Neuen korrigieren und unterstützt damit Deinen Ersthund. Du könntest Dich auch zwischen die Hunde stellen mit einem ernsten Blick und einem "Eyy" zum neuen Hund.

 

Sicherheit geht vor 

Auch wenn die erste Begenung gut geklappt hat, lasse die Hunde die ersten Wochen keinesfall alleine! Stelle auch getrennte Schlafplätze zur Verfügung. Beobachte BEIDE Hunde und mache mit ihnen längere Spaziergänge in der Natur. Wenn möglich auch im Freilauf. Das aktiviert das Gruppengefühl und kann die beiden einander näher bringen.


Doch was, wenn es nicht so rund läuft? 

Wenn irgendwelche Spuren von Aggression sichtbar sind (Kamm aufstellen, Lippe hochziehen, steifer Gang ...) mußt Du das z.b. mit einem plötzl "Klatschen" unterbinden. Beobachte die Hunde sehr genau, um im Ernstfall eingreifen zu können. 
 

Sollte Dein Erster aggressiv reagieren, mußt Du ihn zurechtweisen. In Deinem Haus gibt es keine Aggression. Beobachte die Hunde noch besser, um zu sehen, wer zuerst anfängt und was der Grund der Auseinandersetzung ist. Es kann gut sein, daß der Neue verhalten stänkert. eine respektlose Körperhaltung zeigt oder provokant dreinschaut. Und du merkst, daß der Ersthund ihn zurechtweist. 
 

Falls der Neue den Ersthund immer wieder provoziert und nicht ernst nimmt, mußt Du ihn unterstützen ... auch wenn es ein Welpe ist, ein kranker Hund oder ein Hund aus dem Tierschutz. Wahre immer die Hierarchie der Hunde!

 

Wenn Du Glück hast, halten beide Hunde von Anfang an die Rangordnung ein;).



"PFOTEVITALDOGS", Doris B.Muchna, www.hundetraining-pfotevital.at, Handy +43/664 3132317